Die Angabe g CO2e pro Personenkilometer wirkt simpel, verrät aber erst in Kombination mit Auslastung, Sitz- oder Liegeklasse, Geschwindigkeit und Energiequelle die ganze Geschichte. Eine elektrifizierte Bahn mit grünem Strom schlägt oft alles, doch ein überfüllter Dieselzug kann schlechter abschneiden als ein sparsamer, moderner Fernbus. Achte außerdem auf Vorkette, also Gewinnung, Transport und Bereitstellung der Energie. So erkennst du schnell, warum scheinbar ähnliche Zahlen in Wirklichkeit sehr verschieden sind.
Verlässliche Werte kommen von nationalen Umweltbehörden, unabhängigen Forschungsinstituten und seriösen Rechentools, die Annahmen transparent machen. Unbedingt prüfen: Jahr der Datenerhebung, angenommener Strommix, Flottenalter, regionale Besonderheiten und methodische Grenzen. Manche Tools rechnen optimistisch mit künftigen Verbesserungen, andere konservativ mit Durchschnittswerten vergangener Jahre. Sammle mehrere Quellen, notiere Abweichungen und lege bewusst eine Spannbreite fest. So kommunizierst du Unsicherheiten klar und triffst Entscheidungen, die später nachvollziehbar bleiben.
Wenn du wenig Zeit hast, helfen einfache Leitplanken: Elektrische Bahnverbindungen sind meist sehr gut, Fernbusse häufig konkurrenzfähig, und Fähren schwanken stark je nach Schiffstyp, Geschwindigkeit, Auslastung und Nutzung an Bord. Fußpassagiere auf großen Fähren schneiden oft besser ab als Autos an Deck. Direkte Fahrten vermeiden Umwege und senken Emissionen. Achte außerdem auf Nachtverbindungen, die eine Hotelübernachtung ersetzen können. Diese pragmatischen Regeln bringen dich ohne Rechenmarathon zu erstaunlich stimmigen Ergebnissen.